Anja Honert

Anja Honert
Anja Honert

Raku, wer dieses Wort hört, denkt unwillkürlich an Japan. Und es ist tatsächlich so: das japanische Zeichen „Raku“ bedeutet Gelassenheit, Glück, Genuss und Zufriedenheit. Wenn man Anja Honert in ihrem Atelier im Berghaus bei der Arbeit zusieht, beschleicht einen genau diese Gelassenheit, verliert man das Gefühl für Zeit. Die Künstlerin scheint es zu genießen, mit der keramischen Masse zu arbeiten, sie zu bearbeiten, zu formen, um dann später, Zuhause, dem entstandenen Werkstück durch den typischen Raku Brand, sein endgültiges Aussehen zu geben.

Wer bei Anja Honert töpfert, der lernt, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Hektik oder Unmut sind in dem kleinen Raum nicht Zuhause. Anja Honert selber strahlt diese Ruhe und Gelassenheit aus, bleibt dabei doch fröhlich und aktiv.

Schon als Kind liebte sie es, mit Ton zu arbeiten, besuchte VHS Kurse und töpfert daheim.  Als sie vor 20 Jahren den Raku-Brand entdeckte, war sie gleich fasziniert. „Durch die Glasur, die im Zusammenhang mit der besonderen Brandtechnik, den Raku typischen Krakeele-Effekt erzeugt, wird jedes Werkstück ein Unikat“, erklärt sie die Faszination und erläutert weiter. „Das Grundmaterial muss widerstandsfähig sein um die großen Hitzeunterschiede auszuhalten.“ Um all diese Raku- Techniken perfekt zu beherrschen, besuchte die Künstlerin Weiterbildungen bei renommierten Keramikern wie Peter Kube, Monia Debus und auch Ute Großmann. Mittlerweile sind ihre Werke, die durch Harmonie und Klarheit in der Formensprache bestechen, weit bekannt. In ihren Ausstellungen konnte sie immer wieder überzeugen. Auch zurzeit arbeitet die ambitionierte Künstlerin wieder an einer neuen Ausstellung. Zahlreiche Stücke dazu sind schon entstanden, viele Ideen möchte sie noch umsetzten.

Die Formensprache, betont sie, habe sie bei dem Sunderner Ehrenbürger und Bildhauer Johannes Dröge weiter entwickeln können.
2011 besuchte sie die Geburtstagsausstellung des Meisters. Sie war fasziniert von den Werken seiner Schüler und sprach ihn an. „Das würde ich auch gerne können.“ „Das kannst du Mädchen“, antwortete er in seiner so sehr „Dröge-typischen“ Art. Anja Honert besuchte seinen Workshop und war fortan auch begeisterte Bildhauerin. Als sich langsam die Idee zum Berghaus entwickelte, sprach „Hannes“, wie sie den Meister freundschaftlich nennt, sie gleich an, ob sie dort nicht auch ein Atelier mieten wolle. „Wenn man immer beim gewohnten bleibt, kommt man nicht weiter“, dachte sie sich und sagte zu. „Nun geht es seit ein ein halb Jahren nur nach vorn“, freut sie sich, zugesagt zu haben. Großen Spaß hat sie zum einen an der Künstlergemeinschaft, die sich richtig gut versteht. Aber auch die Arbeit mit den Besuchern bringt ihr immer wieder neue Erfahrungen. „Heute muss alles schnell fertig sein, gerade bei Kindern spürt man, dass sie schnell ein Ergebnis sehen wollen und sind erst einmal enttäuscht, dass sie ihr Werkstück nicht gleich mitnehmen können.“ Doch sie möchte das Raku-Gefühl an ihre Besucher weitergeben. „Dieses Medium Ton ist so spannend, dass ich es weitergeben möchte“, zeigt sich die Künstlerin überzeugt. „Man wird für sorgfältiges Arbeiten belohnt.“

Email an Anja Honert senden:

 

Nach oben scrollen
Skip to content